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Gewohnheiten sprengen – mit Mikroabenteuern.

Von Sharely am 13. November 2019
Der Alltag hat uns alle fest im Griff, wir freuen uns auf den nächsten Urlaub, das nächste Wochenende, den nächsten Feierabend... und leben so oft wochenlang in fixen Routinen. Mit dabei: die Annahme, dass mehr als ‘Sport’, ‘Freunde treffen’ oder ‘Familie’ nicht in die karge Freizeit unter der Woche passen. Dagegen hält eine Bewegung, die uns aufzeigt, dass (ent) spannende und erlebnisreiche Momente nicht immer mit viel Zeit oder grösseren Investitionen verbunden sind - man muss sich einfach trauen!

Das Mikroabenteuer.

Wie wir es nicht alle kurz brauchen könnten: einfach mal den Alltag ausklammern, auch mitten unter der Woche. Ganz spontan ein kleines Abenteuer erleben, ohne grossen Zeitaufand, ohne lange Vorausplanung...
Vielen von uns ist nicht bewusst: Es ginge ganz einfach! Denn statt nach der Arbeit nach Hause zu fahren, stundenlang auf dem Handy oder der Fernbedienung rumzudrücken und dann um elf ins Bett zu fallen, kannst du direkt nach Arbeitsschluss noch ganz schön viel erleben und deinen Tag mit komplett neuen Eindrücken und Tageserlebnissen abschliessen. Denn das Verlassen der eigenen Komfort-Zone ist immer eine nachhaltige und bereichernde Erfahrung - und das geht sogar am Feierabend und nur für einige Stunden.

  

Der Begriff 'Mikroabenteuer' kommt aus dem englischen ‘Microadventureund wurde von Abenteurer und Blogger Alastair Humphreys geprägt. Nach vielen Reisen in die abgelegensten Regionen der Welt wurde er Vater und stellte fest, dass man viele Abenteuer auch direkt vor der eigenen Haustüre findet, und diese ganz einfach im Alltag und in seiner Umgebung einplanen kann. So steckt man weniger im Trott fest und geht neue Wege, was zu mehr Lebensfreude und Motivation führt. "Ein Mikroabenteuer ist nahe von zu Hause, es ist günstig, einfach, kurz und eine 100%-Garantie, dein Leben aufzufrischen. Ein Mikroabenteuer ist dasselbe, wie ein grosses Abenteuer, es ist in der Dauer einfach auf einen Tag oder nur einige Stunden minimiert..." sagt der Brite und beantwortet hier noch die wichtigsten Fragen zu Mikroabenteuern.

Auch der deutsche Christo Foerster ist dieser Meinung. Der Autor und Mikroabenteuerprofi zeigt, wie einfach es sein kann, eine neue Einstellung zu entwickeln und mehr unvergessliche Momente ins Leben zu holen. Wie werde ich freier? Welche Möglichkeiten liegen vor meiner Tür? Was macht ein Abenteuer zum Abenteuer und warum lassen Naturerfahrungen uns so wachsen? Christo liefert verblüffend aufschlussreiche Antworten auf Fragen, die sich jeder stellen sollte, der die Lust verspürt, seine Umgebung und sich selbst noch einmal neu zu entdecken. 

Mikroabenteuer sind Touren, die du ganz einfach in deiner Umgebung unternehmen kannst, ohne grossen Zeitaufand und ohne viel Geld auszugeben, denn sie sollten unkompliziert, lokal und nachhaltig gestaltet werden. Das Erlebte zeigt dir auf, dass sich direkt vor unserer Haustür einmalige und spannende Erinnerungen schaffen lassen. Also los - um dem Bach vor der Haustür nachzuwandern, auf dem Hausberg ein Fondue zu kochen, um dich auf einer Nachtwanderung mit Taschenlampen zu gruseln. Oder in der Hängematte im Schrebergarten zu nächtigen.


Und wenn du eines Morgens verschmitzt deinen Rucksack unter dem Pult versteckst, diskret die Schuhe wechselst und dabei ein unfassbar glückliches Lachen im Gesicht hast, dann könnte sie dich gepackt haben: die Sucht nach Mikroabenteuern!


Planen und mitnehmen:
Ein Mikroabenteuer musst du nicht lange im Voraus planen: Meist reichen einige Stunden nach Feierabend, ein freier Nachmittag oder ein Wochenende aus. Plan deine Aktionen lokal und möglichst zu Fuss, mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. So bleiben die Touren günstig und schonen die Umwelt. Falls du Equipment benötigst: leih es bei Freunden oder über die Plattform Sharely.ch aus. Auf Sharely kannst du viele Dinge fürs Mikroabenteuer direkt in der Nachbarschaft mieten. Falls du ein Abenteuer mit Übernachtung planst, brauchst du ein Zelt und einen warmen Schlafsack. Auch gute Isomatten sollten dabei sein, und ein Rucksack um alles bequem zu tragen. Für das Abenteuer am Feierabend eignen sich auch Outdoor-Fondues, Kochplatten, Thermoskannen und Feuerschalen (oder Schneeschuhe und Schlitten). Auch diese Dinge kannst du dir bestimmt in der Nachbarschaft ausleihen

  


Und hier ein paar Tipps für einfache Touren:

  • Die Höhe suchen: Schau um dich und suche die höchste Erhebung im Umkreis, sei es die Burg über der Stadt oder die ein Hügel ausserhalb deiner Ortschaft. Dann pack deine Sachen – und los geht’s. Oben angekommen lässt es sich wunderbar picknicken – oder ein Outdoor-Fondue geniessen. Wenn es dunkel wird, ist auch die anschliessende Rückwanderung ein Highlight. (Taschenlampen nicht vergessen!)

  • Als Tourist zu Hause: Fast jede Stadt bietet Führungen an, oft lassen sich auch spannende Motto-Touren buchen, die einem die Stadt mit neuen Augen sehen lässt. Dabei triffst du nette Leute und landest unter Umständen in Quartieren, in denen du noch nie zuvor warst. Auf dieser Seite von Schweiz Tourismus findest du einige tolle Touren, und auch auf GetYourGuide wird vieles angeboten -  also entdecke deine Umgebung neu!

  • Oder gleich selber guiden: Organisier doch mal eine eigene Tour und zeige deinen Freunden deine liebsten Plätze der Stadt - und plane unterwegs verschiedene Stopps an Orten, zu denen du eine persönliche Geschichte erzählen kannst, etwas Lustiges, etwas Nostalgisches - alles ist erlaubt. Dazu passen warme Decken als Sitzgelegenheiten auf Mauern und Thermoskannen mit Tee oder Glühwein. Andere Idee: jede/r der Gruppe plant einen 'Erinnerungshalt' ein, und gibt dort seine eigene Geschichte preis...

  • Einfach loslaufen: Die schnellste und einfachste Art, ein Mikroabenteuer zu starten. Einfach warm anziehen und loslaufen. Richtung Wald. Richtung See. Richtung Feld - einfach der Nase nach und neue Wege wählen! Du kannst dich vorher auch bis an die Endstation einer unbekannten Buslinien fahren lassen, und dort starten. Vielleicht befindest du dich plötzlich in einer unbekannten Ortschaft oder auf einem Hügel? Bestimmt kommst du an Orte, an denen du noch nie warst. 

  • Draussen schlafen: Entweder für wärmere Nächte - oder mit der richtigen Ausrüstung! Unter freiem Himmel  zu schlafen ist für die meisten von uns eher aussergewöhnlich und wird als grosses Abenteuer empfunden. Zur Not tut es hier sogar der eigene Garten in einer klaren Nacht, solange der Schlafsack und die Unterlage stimmen. Auch zelten darf man spontan draussen, mit ein paar Einschränkungen. Tolle Tipps dazu findest du auf der Seite von Nachhaltigleben.ch.

  • Oder im Iglu?: Auf der Seite Iglubauer.ch finden die Hartgesottenen unter euch Tipps zum Bau von verschiedenen Schneebiwaks wie Iglus, Quinzhees und Quigloos. 

  • Schlitteln gehen: Abends warm eingepackt der Stadt entfliehen, den Schlitten auf der Schulter, das Heissgetränk im Rucksack - was könnte es Schöneres geben? Schlittelpisten in der ganzen Schweiz stellt freizeit.ch hier vor. 

Je öfter du es schaffst, aus deinem Hamsterrad auszubrechen,
desto mehr kannst du dein Leben mit unvergesslichen Momenten bereichern!


 

BUCHTIPPS:
Alastair Mumphreys: Microadventures. Der Autor hat den Begriff quasi erfunden und gibt zahlreiche Tipps und Inspirationen zu gelungenen Mikroabenteuern. Auch der deutsche Christo Foerster zeigt in seinem Buch Raus und machen, wie so ein Mikroabenteur geplant und gelebt werden kann. Zudem findest du im Internet zahlreiche Outdoor-Survival-Guides und Tipps und Anleitungen für das Zurechtkommen in der Natur. 

 

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