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Was bedeutet eigentlich der ökologische Fussabdruck?

Von Sylvana von Sauchübel am 16. Juli 2021
Der ökologische Fussabdruck ist ein Nachhaltigkeitsindikator oder genauer gesagt, die produktive Fläche der Erde, die benötigt wird, um den Lebensstandard eines Menschen dauerhaft zu ermöglichen. Lasst uns hier aber noch tiefer auf das Thema eingehen.

 

Man liest immer wieder von Ökobilanzen oder auch LCA (Life Cycle Assessment). Gerade jetzt, wo das Umweltbewusstsein sehr stark ist. Doch was genau ist eine Ökobilanz überhaupt?

Lebensmittel haben nach der Produktion leider oft einen langen Weg hinter sich, bis sie sich im Lebensmittelladen-Regal befinden. Doch dies ist nicht der einzige Aspekt, welcher eine Ökobilanz beleuchten kann. Eine Ökobilanz sollte möglichst den gesamten Lebensweg eines Produktes erfassen. Dies bedeutet sämtliche Auswirkungen auf die Umwelt, welches ein Lebensmittel während der Produktion verursacht, sowie der Verbrauch beim Konsumenten oder auch die Entsorgung. Ebenfalls gehören jegliche Emissionen, welche durch das Lebensmittel ausgestossen werden dazu sowie auch Ressourcenentnahmen aus der Umwelt. Man kann sich also vorstellen, dass es sehr schwierig und komplex ist, alle Aspekte bei einer Ökobilanz zu berücksichtigen. Deshalb wäre die nächste Frage, weshalb man dies überhaupt macht?

Life Cycle eines Produktes. Quelle: Bundesamt für Umwelt (BAFU): Methodische Grundlagen von Ökobilanzen

Ökobilanzen können den Endkonsumenten informieren und ihm die Wahl nach umweltbewussten Lebensmittel ermöglichen. Sich den teilweise hohen Umweltauswirkungen der Lebensmittel bewusst sein, kann helfen, die eigene Ernährungsweise anzupassen sowie Kaufentscheidungen zu beeinflussen. Möglicherweise werden auch eigene Handlungsweisen beeinflusst, so dass man von nun an mit dem Velo inkl. Anhänger statt mit dem Auto einkaufen geht. Foodwaste ist ein weiterer Faktor, welcher sich eventuell reduzieren lässt. Denn ist man sich dem Ressourcenverbrauch und Umweltauswirkungen eines Produktes bewusst, fällt es einem wahrscheinlich schwerer, ein Lebensmittel früher als nötig zu entsorgen.

 

Wie funktioniert eine Ökobilanz?

Ökobilanzen bestehen aus vier Phasen

1. Vorgängig müssen ein Ziel und Systemgrenzen definiert werden. Das heisst, warum und für wen wird eine Ökobilanz gemacht und was soll genau beleuchtet werden. Dies ist notwendig für das Ergebnis.

Dazu gehört die Definition einer funktionellen Einheit. Es muss klar sein, was genau in einer Ökobilanz betrachtet wird. Ein Beispiel wäre 1t Lebensmittel über 1km zu transportieren (tkm) und nicht die Liter Benzin pro km. Die funktionelle Einheit beschreibt also die produktspezifische Hauptfunktion.

2. Als zweiter Punkt wird eine Sachbilanz gemacht. Meistens mit Hilfe internationalen Datenbanken. Diese bieten quantitative Aussagen über Auswirkungen entlang des gesamten Zyklus des Produktes (Rohstoffverbrauch und Schadstoffausstoss). Zudem werden Umweltbelastungen unterschiedlichen Produkten, welchen aus einem Prozess hervorgehen zugeordnet (=Allokation). 

3. Als nächstes folgt eine Wirkungsabschätzung. Grob gesagt wird hier abgeschätzt, wie die Auswirkungen der Emissionen sind. Dazu gibt es wissenschaftliche Kriterien, definiert nach politischen und gesetzlichen Umweltzielen der Schweiz (Umweltbelastungspunkte UBP). Dazu gehört auch der ökologische Fussabdruck, unter welchem die Fläche der Erde verstanden wird, um den Lebensstil sowie Lebensstandard eines Menschen unter den aktuellen Produktionsbedingungen dauerhaft zu ermöglichen. Die Einheit dazu ist: ha/Mensch. Weltweit stehen 1.8ha pro Person zur Verfügung,

4. Der letzte Schritt einer Ökobilanz beinhaltet die Auswertung, bei der alle zuvor angewendeten Schritte kritisch betrachtet werden und Indikatoren alternativer Produkte miteinander verglichen werden.

 

Die Schweiz benötigt bezüglich des ökologischen Fussabdrucks also drei Erden, wenn man den aktuellen Lebensstandard der Bevölkerung so beibehaltet. Führend im Ranking sind die USA mit fünf Erden. Indien liegt bei 0,7.

Die Schweiz liegt also weit darüber, was zur Verfügung stünde. Durch das Konsumieren von saisonalen und regionalen Lebensmitteln und das Verhindern von Foodwaste, kann der ökologische Fussabdruck reduziert werden. Das Ziel vom Sauchübel ist daher, möglichst viele Lebensmittel vor dem Abfall zu retten und euch mit Tipps, Rezepten und Blogs zu inspirieren aus Übriggebliebenem einzigartige Gerichte zu kreieren und Ideen zu teilen. Denn Lebensmittel gehören nicht in die Mülltonne!

 

 

Der informative Gastblog stammt von Sylvana, Mitgründerin und Betreiberin von Sauchübel. Wie im Text erwähnt, findet Ihr auf ihrer Website und auf Instagram spannende Umwelt Facts, Tipps und leckere Rezepte. Vorbei schauen lohn sich also!

 

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